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Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Zecken-Erkrankungen

Wir haben bereits einen Ratgeber über Zecken publiziert. Sie können ihn auf unserer Homepage in der Rubrik Ratgeber unter Z nachlesen. Dort lesen Sie das Wichtigste über diese unangenehmen Tiere. Wir haben in den letzten Wochen vermehrt mit Zeckenbissen zu tun bekommen, darum möchten wir erneut auf dieses Thema eingehen:

Rechtliches:

Ein Zeckenbiss (oder Zeckenstich) ist ein Unfall! 

In der Schweiz (als einzigem Land in Europa) ist die Unfallversicherung für die Finanzierung auch der Folgeerkrankungen zuständig. Dabei handelt es sich um die folgenden Krankheiten: 

- Borreliose / Lyme-Krankheit 

- FSME = Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Hirnhautentzündung und die 

- Tularämie.

Wenn ein Arztbesuch nötig wird aufgrund eines Zeckenbisses, ist die Unfallversicherung für die Finanzierung des Ereignisses zuständig. Das heisst für Sie als Betroffene oder Betroffener: Melden Sie den Arztbesuch Ihrer Unfallversicherung. Je nach Ihrer Situation ist das die Unfallversicherung Ihres Betriebes (SUVA ist die bekannteste) oder die Unfallversicherung ist in Ihrer Krankenversicherung eingeschlossen.

Arztbesuch:

Nach der baldmöglichsten Entfernung der Zecke muss die Stelle desinfiziert werden. Man sollte möglichst ein Foto machen, das Datum notieren und in den kommenden Wochen die Stelle mindestens einmal täglich kontrollieren. 

Mögliche Beschwerden:

- Tritt eine Hautrötung auf, die sich ver-grössert und wandert (Wanderröte) oder 

- zeigen sich Kopf-, Gelenk- oder grippeartige Beschwerden, oder es zeigt sich eine

- fortschreitende Entzündung der Eintrittsstelle (es heilt nicht, sondern wird immer schlimmer), ist ein Arzt aufzusuchen!

Gemäss Information vom BAG sind in der Schweiz 5 bis 30% (stellenweise bis zu 50%) der Zecken Träger von Borrelien (ein Bakterium) und etwa 0,5% Träger des FSME-Virus. Die Tularämie oder Hasenpest wird ebenfalls durch ein Bakterium verursacht. 

Ein Exkurs zum Thema Infektionskrankheiten. Ausbrüche, Epidemien, Pandemien gemäss BAG 

Viren und Bakterien sind allgegenwärtig. Das haben wir gerade schmerzlich deutlich erlebt. Von einem Ausbruch spricht man, wenn eine bestimmte Krankheit innerhalb einer begrenzten Gemeinschaft, Region oder Saison vermehrt auftritt. Wir erleben das normalerweise bei Salmonellen oder Noroviren. Durch eine genaue Abklärung bei den Betroffenen kann die Quelle gefunden und anschliessend beseitigt werden. Damit ist der Ausbruch normalerweise beendet.

Epidemie:

Eine Infektionskrankheit tritt stark gehäuft, örtlich und zeitlich begrenzt auf. Bei uns in der Schweiz betrifft das die saisonale Grippe, Lyme-Borreliose, FSME oder auch in städtisch geprägten Regionen sexuell übertragbare Krankheiten. Das BAG analysiert diese Fälle, bewertet die Risiken und erstellt dazu epidemiologische Berichte, die zu Impfempfehlungen, Bekämpfungsstrategien oder Präventionsprogrammen führen.

Pandemie:

Hier handelt es sich um die Ausbreitung einer bestimmten Infektionskrankheit in vielen Ländern oder sogar Kontinenten. Das erleben wir gerade! Bis anhin gab es nur Empfehlungen zu Hygienemassnahmen oder zu Prävention oder Behandlung.

Im momentanen Pandemie-Fall sind die Informationen über die Erkrankung als solche, den Verlauf etc. zu wenig bekannt, um unveränderbare Anweisungen zum Verhalten der Bevölkerung zu geben.

Die Abstandsregelung und die Hygiene-Massnahmen waren eine erfolgreiche Strategie, die Infektionszahlen herunter-
zubringen. Die Zukunft wird weitere Strategien zeigen.

Zum Thema Epidemie, wie es die Zahlen zu den Krankheiten der zeckenübertragenden Krankheiten zeigen, werden wir in den kommenden Ratgebern sprechen. Zum Thema Prävention haben wir bereits im ersten Ratgeber Tipps gegeben. Zeckenspays helfen die Plagegeister fernzuhalten. Es gibt verschiedene dafür zugelassene Wirkstoffe: 

- DEET: nicht zu empfehlen bei Menschen mit empfindlicher Haut und bei Kindern unter 2 Jahren (allergische Reaktionen sind bei diesem Wirkstoff vermehrt beschrieben worden).

- Icaridin oder Citridiol sind in ihrer Wirkung mit DEET vergleichbar und sind viel hautverträglicher. Einzelne Produkte können bereits bei Kindern ab 1 Jahr angewendet werden. 

Alle Produkte wirken zeitlich begrenzt und können keine absolute Garantie geben nicht gebissen oder gestochen zu werden. Es muss trotzdem immer nach einem Aufenthalt im Freien, in Waldnähe, der ganze Körper gut kontrolliert werden. 

Bleiben Sie gesund! Ihr Team der Vinzenz Apotheke – Eine Quelle der Gesundheit

Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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«Sitzprobleme» Teil 2
Wie behandeln?
Wie bereits im ersten Ratgeber erwähnt, ist bei einem erstmaligen Auftreten, die Symptome wurden beschrieben, ein Arztbesuch zur Abklärung notwendig!
Wir in der Apotheke oder Drogerie dürfen nur bei den beiden ersten Schweregraden Empfehlungen machen. Sie bewirken eine Linderung durch die Verringerung der Symptome, und sie versuchen eine Rückbildung der Hämorrhoidal-Polster zu bewirken. Eine Verhaltensänderung muss zur Genesung ebenfalls erfolgen!
Beruhigend ist die Tatsache, dass es in der Regel zu Spontanrückbildungen innerhalb von weniger als 2 Wochen kommt. In diesen Fällen ist die Verhaltensänderung ausschlaggebend, damit die Besserung anhalten kann.

Was muss also immer geändert werden?
• «Stuhlregulierende» Massnahmen: d.h. es müssen mehr Ballaststoffe in die Ernährung aufgenommen werden und die Menge an eingenommener Flüssigkeit muss ebenfalls erhöht werden. Leider ist das ein allgemeiner Hinweis. Ballaststoffe sind in Gemüsen und Obst natürlicherweise vorhanden. Also den Speiseplan in diese Richtung verändern. Vollkornprodukte enthalten ebenfalls viel mehr Ballaststoffe. Eine andere Variante ist die tägliche Einnahme von Quellmitteln. Die Natur bietet zum Beispiel Flohsamen oder Leinsamen an. Es gibt auch vorverarbeitete Produkte (auf natürlicher Basis) zu kaufen. Diese müssen jeweils mit genügend(!) Flüssigkeit eingenommen werden. Diese Massnahmen müssen täglich erfolgen.
• Eine gute Pflege, wie Sitzbäder mit entzündungshemmenden Zusätzen (Kamille, Schwarztee oder Eichenrinde, keine Seife) helfen ebenfalls. Es helfen auch die speziellen Toilettenaufsätze, die nur mit warmem Wasser reinigen. Ein Wort zur Reinigung: Das Beste ist Wasser oder zuerst mit weichem Toilettenpapier und anschliessend feucht säubern. Die im Handel angebotenen Tüchlein haben allerdings das Risiko allergischer Reaktionen. Ebenfalls sind parfümierte Produkte zu meiden.
• Baumwollunterwäsche ist saugfähig und luftdurchlässig, damit ist eine Verdunstung der Feuchtigkeit möglich.
• Individuell sollte auf das Konsumieren von «Schleimhaut reizenden» Nahrungsmitteln wie z.B. Kaffee, Alkohol, scharfe Gewürze oder scharfer Senf verzichtet oder der Genuss minimiert werden.
• Langes Sitzen, Liegen und allgemein der Bewegungsmangel erhöhen die Gefahr von hartem Stuhl. Regelmässige Bewegung ist auch hier Trumpf.
• Häufiges Tragen schwerer Lasten sollte ebenfalls minimiert werden.
• Und wie immer, bei einem allfälligen Übergewicht, ist eine Gewichtsreduktion ebenfalls hilfreich.
Behandlung:
• Vorübergehend können milde Abführmittel eingesetzt werden. (Ärztlich verordnete Abführmittel können, dürfen oder müssen über lange Zeit angewendet werden.) Dabei handelt es sich um sogenannte osmotische Laxantien, die über ihre Wasserbindung den Darm einerseits mehr füllen und andererseits den Inhalt «auflockern» können.
• Lokal angewendete Gleitmittel wie Vaseline oder wasserhaltige Gels werden als Erstes angewendet. Sie verringern die Reibung bei der Darmentleerung und schützen damit die Schleimhaut. Ihre Wirkung scheint gleich zu sein wie die anderen eingesetzten «Salben» mit den diversen «Wirkstoffen». Letztere enthalten üblicherweise lokal wirkende Anästhetika (betäuben die Stelle), entzündungshemmende oder zusammenziehende Zusätze. Manche enthalten noch die Venen schützenden Stoffe. Normalerweise wird dieser Effekt durch eingenommene Wirkstoffe erreicht. Es gibt sogenannte Venentonika, die einerseits bei «allgemeinen» Venenproblemen als auch in diesem eher speziellen Fall mit Erfolg eingesetzt werden.

Zur Anwendung:
Zäpfchen sollen nicht zu weit eingeführt werden (der Patient sollte das Zäpfchen noch mit der Fingerkuppe ertasten können). Zu weit eingeführte Präparate kommen nicht genügend mit den Hämorrhoiden in Berührung.
Salben mit einem Applikator müssen so angewendet werden: Erst beim Herausziehen soll auf die Tube gedrückt werden. Auf diese Weise gelangt die Salbe rundum auf die zu behandelnde Region, in den After und auf seinen Rand.
• Ebenfalls kommen Schmerzmittel zum Einnehmen, in den üblichen Dosierungen, kurzfristig zum Einsatz.

Lassen Sie sich von uns beraten: vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit

Dr. Monika Mayer Apothekerin
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«Winter»-Fit 2020
Eigentlich ist der Winter ja schon fast vorbei, aber Krankheiten kursieren mehr denn je. Wir wollen alle gesund bleiben und sollten wissen, wie wir uns schützen können.
Zu diesem Wissen möchten wir an dieser Stelle noch einige Tipps beifügen.
• Gehen Sie täglich draussen spazieren, Licht ist gut für den Körper und die Seele.
• Lüften Sie genügend oft. Eine kurze Öffnung aller Fenster mehrmals täglich genügt.
• Essen Sie bewusst vitale Nahrungsmittel wie Wintergemüse, insbesondere Kohlgemüse, frische Kräuter, erweitern Sie ihren Speiseplan mit Getreiden wie Hafer und Roggen (Flocken oder Brot).
• Gönnen Sie sich genügend Ruhephasen und schlafen Sie lange genug. (Der Bedarf ist individuell.)
• Saunabesuche, allgemein Temperaturwechsel heiss und kalt, auch Fussbäder, am besten ansteigend temperieren, helfen uns zum Gesundbleiben.
• Kneippen! Eine alte und bewährte Methode. Wir haben im Fricktal einen Kneipp-Verein mit erfahrenen und guten Instruktorinnen. Es werden immer Kurse angeboten.
Konkrete Massnahmen sind zurzeit zusätzlich notwendig. In den Medien wird das Händewaschen zu Recht an erster Stelle genannt: Machen Sie es regelmässig. Nach jedem Heimkommen und sonst auch je nach Situation, vielleicht einmal in der Stunde. Dabei gilt, die Hände benetzen, mit Seife alle Stellen erreichen: auch zwischen den Fingern und die Fingerkuppen nicht vergessen! Alles gut einseifen und anschliessend mit genügend Wasser wieder von der Seife befreien. Das Ganze trocknet die Haut aus, die anschliessend wieder gepflegt werden muss. Es gibt gute Handcremen, benützen Sie sie. Unsere Haut ist die Barriere gegen aussen!
Daher müssen wir alle unsere Barrieren stärken:
– Schleimhäute: Die meisten Erreger werden via Tröpfchen übertragen, die wir auf die Haut und eben besonders auf die Hände bekommen. Im Gesicht ist der Weg zu Nase, Mund, Rachen und die Lunge sehr nahe! Also gilt es, unsere Schleimhäute gut zu befeuchten, dass unsere Abwehrmechanismen funktionieren können. Es ist dabei besonders wichtig, genug zu trinken! Tees helfen unser Immunsystem zu unterstützen (Holunder, Linde, Ingwer, um nur einige zu nennen. Jeweils einen Löffel Honig in dem nicht mehr zu heissen Tee unterstützt ebenfalls und schmeckt gut). Es gibt jede Menge befeuchtender Nasen- und Rachensprays mit und ohne Pflanzen­extrakten, die speziell für unterwegs helfen.
Schüssler Salze können in dieser Zeit ebenfalls gut helfen:
– Nummer 4 Kalium chloratum ist ein wichtiges Salz dafür. Es unterstützt alle unsere Schleimhäute im Körper (im Bronchialraum sowie im Magen-Darmtrakt). Die Kombination mit
– Nummer 8 Natrium chloratum (Flüssigkeitshaushalt)
– Nummer 9 Natrium phosphatum (Säureabbau und Fettstoffwechsel)
– Nummer 10 Natrium sulfuricum (Leberunterstützung und Ausscheidungsunterstützung über Darm und Niere)
Je 7 bis 10 Tabletten davon in Wasser gelöst und über den Tag verteilt schluckweise im Mund bewegt und heruntergeschluckt oder einfach gelutscht, hilft als Vorbeugung und als eine Art Kur (Diät und Fasten – Unterstützung).
Ätherische Öle, für die, die sie mögen und vertragen, können ebenfalls helfen.
– Raumsprays können die «Atmosphäre» gewissermassen reinigen und bringen frischen Wind in die Räume. Wir mischen dafür Palmarosa mit Eukalyptus, Lemongras und Weisstanne. Ebenfalls ist die Mischung mit Eukalyptus, Weisstanne und Thymian sehr erfrischend und angenehm (bei uns heisst sie Winterfit);
– Duftlampen mit z.B. einigen Tröpfchen Lavendel beruhigen und unterstützen ebenfalls das Immunsystem.
Vitamine und Mineralstoffe, eine Unterstützung durch Nahrungsergänzungen, kann in dieser Jahreszeit ebenfalls helfen. Sie ersetzt natürlich nie eine ausgewogene und vernünftige Ernährung!
– Zink und Vitamin C ist dafür eine gute Kombination.
Pflanzen allgemein (in den Apotheken natürlich als Extrakte in jedweder Form)
– Sonnenhut (Echinacea)
– Brunnenkresse
– Schwarzer Holunder
– Knoblauch
– Zistrose
helfen in dieser Zeit gesund zu bleiben.

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Ratgeber Gicht – Vorbeugung und Behandlung
Im letzten Ratgeber haben wir Möglichkeiten zur Behandlung eines Gichtanfalls vorgestellt. Nochmals: jede Therapie wird individuell vom Arzt festgelegt!
Jetzt gehen wir vor allem auf die Vorbeugung und die ernährungsspezifischen Möglichkeiten der Behandlung der Gicht ein.

Vorbeugung:
Sie besteht in einem gesunden Lebensstil. Jeder kennt ihn: genügend frische, saisongerechte Mahlzeiten, ein im Normbereich liegendes Gewicht und tägliche freudebereitende Bewegung.

Präventive Massnahmen und Therapiemöglichkeiten:
Das Problem sind die erhöhten Werte der Harnsäure im Blut (im Fachausdruck Hyper­urikämie). Sie müssen auf einen für das Individuum erträglichen Wert gesenkt werden. Medikamentös geschieht das mit verschiedenen Wirkstoffen. Die einen reduzieren die Bildung von Harnsäure (Wirkstoffe: Allopurinol und Febuxostat) und die anderen erhöhen deren Ausscheidung (Wirkstoff: Probenecid). Da bei der Entstehung bzw. dem Auftreten der Erkrankung viele Faktoren eine Rolle spielen und besonders die Ernährung wichtig ist, gehen wir jetzt vertieft darauf ein. Jede Therapie benötigt eine Änderung des Ess- und Trink-Verhaltens. Sie ist ein Schwerpunkt der Therapie!
– Ein vorhandenes Übergewicht muss primär angegangen werden. Dies ist eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit. Wir essen zu viel und zu «gut»!
– Eine ausreichende Trinkmenge muss ebenfalls erreicht werden. Das heisst, es müssen täglich mindestens 2 Liter (bis 3 Liter) ungesüsste alkoholfreie Getränke konsumiert werden. Ungesüsst: keine fruchtzuckerhaltigen Limonaden! Eine hohe Zufuhr von Fruchtzucker kann offenbar die Harnsäurekonzentration im Blut erhöhen! Dabei ist Cola scheinbar noch schlimmer als andere Limonaden. Alkoholfrei: insbesondere Bier und Spirituosen sollten möglichst weggelassen werden. Alkohol erhöht die körpereigene Produktion von Harnstoff und hemmt gleichzeitig die Ausscheidung! Und Bier (auch alkoholfreies!) enthält zusätzlich Purine (ein Baustoff der Harnsäure) und ist daher als Ersatz nicht geeignet. Kaffee hingegen scheint einen positiven Einfluss auf die Harnsäurewerte zu haben. (Das andere koffein- = teein-haltige Getränk wie Tee scheinbar leider nicht).
– Purinreiche Lebensmittel sollten vermindert konsumiert werden: Fleisch- und Wurstwaren aller Art; Innereien; die Haut von Geflügel und auch von Fisch!; Schweinefleisch; Fleischextrakte; Fertigsaucen- und Suppen; Hefepasten; Krustentiere (und wenige Gemüse wie Schwarzwurzel, Spinat und Kohlarten).
– Allgemein sollte die Kalorienaufnahme reduziert werden, insbesondere die Kohlenhydratmenge.
Tja, was soll man dann essen?
– Gemüse, die oben erwähnten eben ein wenig weniger!
– Vermehrt Milchprodukte: Sie regen die Ausscheidung von Harnsäure an. Dieser Effekt wird auf die Milchproteine Kasein und Laktalbumin zurückgeführt. Bitte aber eher fettarme Lebensmittel bevorzugen.
– Nachdem Fleisch und auch Fisch (!) eher vermindert konsumiert werden sollten, werden pflanzliche Eiweissquellen wichtig! Eine gute Kombination steigert die Verwertbarkeit der Eiweisse für den Körper: Beispielsweise Ei (natürlich tierisch) in Kombination mit Kartoffeln in einem Gratin oder Milch mit Getreide in einem Birchermüsli. Die früher verpönten pflanzlichen Purinquellen wie Hülsenfrüchte scheinen keinen Einfluss auf die Entstehung von Gicht zu haben und müssen daher nicht mehr eingeschränkt werden.
– Puringehalt verschiedener Lebensmittel (in mg Harnsäure/100g; die Mengen sind ausschlaggebend!): Fleischextrakt 3300 mg; Innereinen 250 – 550 mg; Thunfisch 257 mg; Sardellen 239 mg; Kalb-/ Schweine­fleisch 100 – 150 mg; Kalbsbratwurst 91 mg; Eier 5 mg; Mich/Milchprodukte 0 / 0–30 mg; Obst/Gemüse 10–30 mg.
Merken:
– Allfälliges Übergewicht gemächlich reduzieren max. ½ kg/ Woche
– Kein Fasten (kann den Körper mit Purinen überschwemmen und einen Gichtanfall auslösen)
– Täglich mindestens 2 Liter ungesüsste Getränke trinken
– Alkoholhaltige Getränke (insbesondere Bier (auch alkoholfreies) und Spirituosen meiden
– Konsum von Fleisch, Geflügel, Innereinen, Fisch und Meeresfrüchte einschränken
– Vegetarische Tage einschalten
– Milchprodukte in den täglichen Speiseplan einbauen, fettarme Varianten bevorzugen
– Bei einem Verdacht auf einen akuten Gichtanfall viel Wasser trinken und den Arzt aufsuchen!

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Gicht
Lieber Leser, ich hoffe, Sie hatten alle frohe und genussvolle Festtage und sind gut in das neue Jahr gestartet. Während dieser Tage haben wir sicher alle (mehr oder weniger) opulent gegessen und getrunken, wie das bei diesen schönen Feiertagen einfach dazu gehört! Jetzt ist Mass-halten wieder angesagt, und das ist sicher einer der guten Neujahrsvorsätze. Durch dieses «Schlemmen» kann bei genetisch vorbelasteten Menschen eine schleichende Stoffwechselerkrankung sicht- und spürbar werden: die Gicht. Darum ist dieser Ratgeber ihr gewidmet.
Früher wurde die Gicht die Krankheit der Könige genannt, weil sie mit einem opulenten Ess- und Trinkverhalten einhergeht. Die normale Bevölkerung konnte sich vor dem letzten Jahrhundert nur «Purin-arm» ernähren, mit hauptsächlich Brot, Milchprodukten und Kartoffeln. Also was ist jetzt die
- Ursache:
Es handelt sich um eine Stoffwechselerkrankung mit erhöhten Harnsäure-Werten im Blut. Wie bereits angedeutet ist eine genetische Komponente dabei. Von einer Hyper-Urikämie (zuviel an Harnsäure im Blut) spricht man ab einer Überschreitung der Harnsäure Konzentration von 6,5 bis 7 mg/dl im Serum. (Ein einmal festgelegter Grenzwert). Ohne Beschwerden ist dieser Wert nicht von Bedeutung. Es gibt nämlich viele Menschen, die einen erhöhten Wert haben, es nicht wissen und auch keine Beschwerden aufweisen. Also ist eine vermehrte Bildung und gleichzeitige eine verminderte Ausscheidung von Harnsäure über die Niere wichtig. Vor allem letzteres Kriterium ist ausschlaggebend! Eine vorhandene Gicht ist immer behandlungsbedürftig, um einem Nierenschaden vorzubeugen! In weit über 99% aller Fälle (ohne äussere Einwirkung) liegt eine Nierenfunktionsstörung vor (vererbt). Diese Menschen haben eine Ausscheidungsstörung für Harnsäure bei einer sonst normalen Nierenfunktion. Weitere Krankheiten wie iabetes oder Leukämie können ebenfalls zu diesen Problemen führen. Auch übermässiger Alkoholkonsum trägt dazu bei. Allgemein ist unser Lebensstil mit zu viel Genussmitteln, zu wenig Bewegung und damit verbunden zu viel Gewicht bei genetisch vorbelasteten Menschen einer der beeinflussbaren Faktoren in diesem Geschehen.
- Auswirkung:
Ein Gichtanfall ist sehr schmerzhaft. Die zu grosse Konzentration der Harnsäure bewirkt ein Ausfällen der Urat-Kristalle in den Gelenken und anderen Geweben. Ein Gichtanfall kommt meistens plötzlich und unangemeldet – häufig während man schläft. Starke Schmerzen und eine oft mit Rötung einhergehende Schwellung klassischerweise im Grosszehen-Gelenk, bewegen die Betroffenen sofort zum Arzt zu gehen. Nochmals: Das Gelenk ist gerötet, extrem schmerzempfindlich besonders bei Berührung, stark geschwollen und überwärmt = heiss. Weitere allgemeine Entzündungszeichen wie Fieber, einen Anstieg der weissen Blutkörperchen und selten Kopfschmerzen werden ebenfalls beobachtet. Vor dem Anfall sieht man erhöhte Harnsäurewerte, während des Anfalls sind sie oft normal. Podagra ist der Name für den Befall des «Fusses». Grundsätzlich kann der akute Gichtanfall, auch der erste, jedes Gelenk betreffen. Unbehandelt (seltenst, es tut sehr weh) dauert ein Anfall 2 bis 3 Wochen an. Im Krankheitsverlauf kann die «Zeit-Dauer» der Anfälle zunehmen oder sogar in der chronischen Phase so ineinander übergehen, dass es keine schmerzfreien Intervalle mehr gibt. In dieser Phase werden die Gelenke zerstört, mit Deformationen. Es kommt zu Nierensteinen und letztendlich zu Nierenversagen.
- Behandlung:
Jede Therapie ist individuell mit dem Arzt zu erstellen!
Ein akuter Gichtanfall wird klassischerweise mit hochdosiert verordneten NSAR-Schmerzmitteln behandelt. Diese Klasse der Schmerzmittel kann direkt in das Entzündungs-Geschehen eingreifen und hemmt sie dabei. Acetylsalicylsäure (bekannt als Aspirin) z.B. ist dabei nicht geeignet, es verlangsamt die Ausscheidung der Harnsäure.
Colchicin ist ein weiteres gutes Medikament. Das Gift der Herbstzeitlose wird nicht bei Menschen mit Nierenproblemen angewendet. Ansonsten wurde es bereits in der Antike für diese Erkrankung eingesetzt. Leider ist es in der Schweiz als Fertigmedikament nicht zugelassen und die Kosten müssen daher nicht von den Krankenkassen übernommen werden.
Cortison wird ebenfalls (auch in Kombination mit Schmerzmitteln) erfolgreich eingesetzt. Es zeigt mit die stärkste Entzündungshemmung.
Alle diese Medikamente bekämpfen aber nur die Symptome.
Im weiteren Ratgeber gehen wir auf die Behandlung und vor allem auf die Vorbeugung ein.

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