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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

In der Krise und Allzeithoch
Kaum zu glauben, aber Realität: Wir sind in der grössten Pandemie seit über 100 Jahren und die Finanzmärkte sind auf Allzeithoch. Natürlich hoffe auch ich, dass Corona bald Geschichte ist und eine Normalität wieder Einzug findet. Wird nun eine langanhaltende Boomphase ohne jegliche Probleme kommen? Kaum, aber die Finanzmärkte könnten aktuell so etwas anzeigen, und genau das könnte das nächste grosse Problem werden. Durch Zentralbanken unendlich aufgeblähte Finanzmärkte, welchen irgendeinmal die Luft ausgeht, könnten die nach Corona aufkommende Partystimmung erheblich dämpfen. Irgendeinmal könnte dann die Aufwachphase mit einem heftigen Kater kommen, und man merkt, dass alles viel zu schön war, um wahr zu sein… Wohlstand generieren, ohne dass man dafür arbeitet, das wäre toll, aber auf Dauer kaum realistisch.

Müssen wir uns auf Teuerung einstellen?
In einem früheren Ratgeber hatte ich auf ein Inflationsrisiko nach dem Ende der Corona-Pandemie hingewiesen. Dieses Szenario scheint sich nun anzubahnen. Etwas Teuerung wäre ganz gut, könnte man doch endlich aus der nichts mehr bringenden Minuszinsendlosschlaufe aussteigen. In den letzten Wochen konnte man aber vermehrt Kommentare lesen, dass Teuerung ein ganz grosses Problem werden könnte. Erste Beispiele können wir in den Medien lesen: Der internationale Preis für Bauholz soll sich verfünffacht haben. Auch andere Güter sollen massiv teurer geworden sein. Das löst eine gewisse Kettenreaktion aus. Aus meiner Sicht basieren die Preisanstiege aber zum grösseren Teil auf Lieferproblemen wegen der Stillstände durch Corona. Das sollte sich in einigen Monaten wieder beruhigen. Gefährlich würde es, wenn bei den Löhnen ein Teuerungsschub käme. Das kann ich mir mindestens bei uns im Moment kaum in der Breite vorstellen. Deshalb vermute ich, dass wir bei uns Teuerung bekommen, aber nicht dass sie sehr schnell davongaloppiert und ein riesiges Problem wird. Ob diese aber wirklich positiv für die Aktienmärkte ist, wage ich zu bezweifeln. Aktuell scheint man sich aber weiterhin in der Sorglosigkeit zu sonnen und wohlzufühlen.

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Christoph Zehnder,  eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Steuererklärung…

Frühling ist nicht nur die Zeit, in der die Temperaturen steigen und die Uhren eine Stunde vorgestellt werden, sondern auch die Zeit, in welcher die jährliche Steuererklärung zum Ausfüllen ruft. Kein Wunder haben wir um diese Jahreszeit auch wiederkehrende Anfragen zu diesem Thema.
Wir waren bisher Mieter, jetzt haben wir ein Einfamilienhaus gekauft. Was ändert sich bei meinen Steuern?
In der jährlichen Steuererklärung geht es um zwei Steuern: die Einkommens- und die Vermögenssteuern. Zuerst zum gedanklich einfacheren Teil bei dieser Frage, den Vermögenssteuern: Sie haben den Kaufpreis Ihrer Liegenschaft finanzieren müssen. Deshalb haben Sie auf Ihrem Bankkonto einen tieferen Saldo und zusätzlich in der Regel eine Hypothek, die Sie als Schulden geltend machen dürfen. Im Gegenzug besitzen Sie jetzt eine Liegenschaft, deren Wert Sie als Vermögen angeben müssen. Da der so genannte Vermögenssteuerwert Ihrer Liegenschaft klar unterhalb vom bezahlten Marktpreis liegt, nimmt Ihr steuerbares Vermögen um diese Differenz ab und Sie bezahlen etwas weniger Vermögenssteuern.
Etwas komplizierter wird die Situation bei den Einkommenssteuern, da wir in der Schweiz das Unikat der Eigenmietwertsbesteuerung haben. Stellen Sie sich für einen kurzen Moment vor, Sie kaufen das EFH und vermieten es an sich selber. Steuerlich hat das zur Folge, dass Sie als Eigentümer die erhaltene Miete als Einkommen versteuern müssen, Sie als Mieter die bezahlte Miete aber nicht in Abzug bringen können. Netto führt das deshalb bei Ihnen zu einem höheren steuerbaren Einkommen. Diese Differenz entspricht dem so genannten Eigenmietwert. Auf der Gegenseite dürfen Sie dafür gewisse Gewinnungskosten in Abzug bringen. Zum einen sind das die belasteten Hypothekarzinsen, zum zweiten können Sie die Kosten zum Abzug bringen, die Sie aufwenden, um Ihr EFH im Wert zu erhalten. Diese sogenannt werterhaltenden Liegenschaftsunterhaltskosten schwanken natürlich von Jahr zu Jahr. Als Grössenordnung und Faustregel können Sie bei älteren Liegenschaften etwa von 1% des Liegenschaftpreises im langjährigen Schnitt ausgehen. Sie dürfen jedes Jahr wählen, ob Sie die effektiven werterhaltenden LUK oder eine Pauschale (10% des Eigenmietwerts, 20% bei Liegenschaften die älter als 10 Jahre sind) in Abzug bringen möchten. Da die Zinsen seit Jahren sehr tief sind, sind die Abzüge (Hypozinsen plus LUK) im Schnitt tiefer als der Eigenmietwert und Sie werden künftig im Schnitt höhere Einkommenssteuern zahlen müssen.

… und wenn ich eine Zweit-
Immobilie im Ausland kaufe?
Grundsätzlich ist die Betrachtung die gleiche, wie wenn Sie eine Zweitwohnung in der Schweiz kaufen würden, auch Ihre Zweitwohnung hat einen Eigenmietwert und Vermögenssteuerwert. So weit, so gleich wie oben erklärt. Bei der Steuerberechnung gibt es dennoch einen wichtigen Unterschied: Immobilien werden am Sitz der Immobilie besteuert.
Ihre Zweitwohnung liegt nicht in der Schweiz, wird also bspw. in Frankreich besteuert und nicht in der Schweiz. Sie müssen Ihre Zweitwohnung dennoch in der Steuererklärung angeben. Das schweizerische Steuersystem geht davon aus, dass vermögendere Personen mehr Vermögenssteuern bezahlen sollen als weniger vermögende. Für die Bestimmung des Steuersatzes wird deshalb Ihre Gesamtvermögen (inkl. Auslandvermögen) berücksichtigt (dito beim Einkommen). Die Basis für die Steuerrechnung hingegen, also Ihr steuerbares Vermögen oder Einkommen, bleibt ohne Berücksichtigung Ihres Vermögens/Einkommens im Ausland. Die Steuerrechnung liegt damit höher, als wenn Sie die Zweitwohnung nicht hätten.
Im Vergleich zur Situation einer Zweitwohnung in der Schweiz resultiert hingegen eine tiefere Steuerrechnung, dafür sind Sie zusätzlich im Land Ihrer Zweitwohnung beschränkt steuerpflichtig.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Wann platzt die Spekulationsblase?
Ich verfolge die Finanzmärkte rund 35 Jahre und bin seit rund 30 Jahren auch beruflich in diesem Bereich, davon auch ein paar Jahre im Wertschriften- und Devisenhandel. Dabei habe ich schon einiges erlebt, auch Sachen, welche ich nicht für möglich gehalten hätte.
Was in der letzten Zeit in einigen Titel abgeht, gehört in diese Kategorie. Da vervielfacht sich der Wert des Elektroautobauers Tesla innerhalb von einem Jahr und wird mehr wert als alle anderen grossen Autobauer zusammen, der Ölpreis ist kurz negativ (das hätte ich persönlich für unmöglich gehalten…) oder die Kurskapriolen der amerikanischen Game-Stop-Aktie, welche sich innerhalb weniger Tage verzehnfacht hat, dann wieder total zusammenbricht, um dann wieder zu explodieren.
Dabei geht es nicht um ein paar Franken oder Dollar Veränderung. Nein, wir reden von X-Milliarden Kursveränderung innerhalb von Stunden oder Tagen. Das sind für mich klare Zeichen einer Liquiditätsflut. Sehr viel billiges Geld sucht Anlagemöglichkeiten. Das ist nicht erst seit gestern der Fall, sondern seit mehreren Jahren, hat sich aber Schritt für Schritt verschärft. Für mich gibt es nun aber immer mehr Anzeichen, dass es immer mehr voll in Richtung reiner Spekulation geht und die Märkte am «Kochen» sind. Ein heftiges «Druckablassen» würde mich in den nächsten Monaten nicht überraschen.

Schweizer Franken etwas schwächer, Zinsen leicht höher, Ölpreis höher
Fast unbemerkt steigen die Zinsen leicht. Das ist weltweit zu beobachten und geht von einem möglichen Teuerungsschub nach Beendigung der Corona-Krise aus. Im längeren Vergleich sind sie immer noch sehr, sehr tief. Erleben wir aktuell die Zinswende? Ich weiss es nicht. Höhere Zinsen wären längerfristig vernünftig. Gratiskapital führt fast immer zu teilweise falschen Anlageentscheiden.
Auch hat sich der Schweizer Franken erstmals seit längerer Zeit wieder etwas abgeschwächt. Das wird vor allem die Schweizer Nationalbank und die Exporteure freuen. Im Tourismus spielt es aktuell ja kaum eine Rolle, da dieser länderübergreifend im Moment nicht stattfindet. Obwohl immer noch in der Krise hat der Ölpreis massiv angezogen. Noch vor wenigen Monaten hörte man oft, dass Öl keine Zukunft habe. Ölaktien fielen dementsprechend stark. Das mag langfristig so sein. Kurzfristig bleibt Öl eine der wichtigsten Energiequellen und ich bin überzeugt, dass das Thema Energie uns in den nächsten Jahren noch einholen wird.
Auch ich bin der Meinung, dass wir unserer Umwelt vermehrt noch mehr Sorge tragen müssen. Wie das funktionieren soll, wenn man fast gleichzeitig aus Atomenergie aussteigen und die fossilen Brennstoffe massiv einschränken will, werden wir noch sehen. Die Planwirtschaft hat leider auch in diesem Bereich Überhand genommen. Eigentlich sollten wir wissen, dass diese bis jetzt nie geklappt hat….

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Christoph Zehnder,  eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Leonteq als Tradingvehikel
Erstmals habe ich diesen Titel im November 2019 zum Kauf empfohlen zum Preis von rund 30 Franken (bei Interesse können Sie die alten Ratgeber auf unserer Webseite nachlesen). Im März 2020 habe ich bei 43.50 Franken zu einem (leider nur Teil-)Verkauf geraten. Nach einer Gewinnwarnung kam die Aktie unter Druck und im April 2020 habe ich bei 31 Franken zu
einem Wiedereinstieg geraten. Der Kurs ist im Juli erneut angestiegen bis auf etwa 45 Franken, hat dann wieder massiv korrigiert und lag im Oktober erneut bei etwa 32 Franken, wo ich Leonteq erneut zum Kauf empfohlen habe. Nach starken Jahreszahlen ist der Kurs in den letzen Wochen nun wieder auf etwa 45 Franken angestiegen. Somit ein Hin und Her im Range von 30 bis 45 Franken. Was nun?
Mein Rat ist wieder der Gleiche wie schon die letzten Male auf diesem Niveau. Wer eine grosse Position mit Gewinnen hat, kann einen Teil der Gewinne mitnehmen. Längerfristig bleibe ich aber bei Leonteq zuversichtlich und würde eine gewisse Position stehen lassen.
Leonteq konnte letztes Jahr aufgrund der Volatilität an den Finanzmärkten mehr Volumen kreieren, andererseits wurde sie recht stark abgestraft mit unerwarteten Hedging-Verlusten (Ausfall von Dividenden, zeitweise negativer Preis auf Erdölfutures). Der Start ins 2021 ist nach eigenen Angaben gut geglückt und die letztes Jahr bekannt gegebenen Zusammenarbeitsverträge mit mehreren neuen Gegenparteien dürften ab diesem Jahr Früchte tragen. Ein Problem aus Sicht als Aktionär sind die – leider in der Finanzbranche fast üblichen – zu hohen Saläre für Geschäftsleitung und Verwaltungsrat. Operativ aber sehen die Zukunftsaussichten für Leonteq aus unserer Sicht weiterhin gut aus.

In Central Banks we trust…
Aufgrund der Impffortschritte dürfte 2021 die Realwirtschaft endlich wieder mal kräftig zulegen. Wobei die «Verluste aufholen» die Realität wohl besser beschreibt. Wie dem auch sei… die optimistischeren Aussichten haben bereits zu einem kleinen Anstieg der längerfristigen Zinsen geführt. Die riesigen Hilfsgelder scheinen in die Realwirtschaft zu fliessen und entwickeln einen gewissen Inflationsdruck. Steigende Zinsen, steigende Rohstoffpreise, steigende Inflation: Dieses Gemisch war für Aktien in der Vergangenheit selten positiv. Wer kann da die Anleger retten?
Natürlich einmal mehr die Zentralbanken. Diese sind es seit Jahren, die mit ihrer expansiven und mittlerweile ultra-expansiven Geldpolitik nicht die Realwirtschaft und die kleinen Unternehmen unterstützen, sondern immer wieder die Anleger retten. Der Begriff des Zentralbank-Puts machte erstmals unter dem damaligen FED-Präsidenten Greenspan die Rede: Wenn die Aktienmärkte sinken, dann ruft das die Zentralbanker auf den Plan und sie überfluten die Märkte mit Liquidität. Greenspan war im Vergleich zu heute, zu Powell, diesbezüglich ein «Ministrant». Bei jedem noch so kleinen Rückgang verkündet Powell (gerade diese Woche wieder), wie ‹geduldig› – was für ein Euphemismus, einseitig und blind auf einem Auge wäre wohl richtiger – die FED bleiben werde und selbst grössere Inflation tolerieren werde. Die Märkte reagieren wie Pawlow’s Hund und geifern schon, kaum hat Powell den Mund aufgemacht.
Das Problem der Zentralbanker wird allerdings immer grösser: Ihre Massnahmen bringen der Realwirtschaft immer weniger und an den Aktienmärkten geht es immer weniger darum, Gewinne der realen Firmen in Kursgewinne umzumünzen, sondern ob ein noch unvorsichtigerer Anleger einen noch höheren Preis zahlt. Bleiben Sie vorsichtig und selektiv mit Ihren Anlagen.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Keine Aktien von Telefonverkäufern kaufen
Die Aktien boomen und ein gewiefter Telefonverkäufer bietet ein richtiges Schnäppchen mit viel Potenzial an. Es gibt nur ein Rezept: NEIN, danke! Auf keine Diskussionen einlassen, und wenn nötig halt das Telefon auflegen. Diese Verkäufer haben immer ein neues, gutes Argument, weshalb man gerade jetzt einsteigen oder dazukaufen muss. Die Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes bei solchen Aktien ist verschwindend klein. Nein, meist droht sogar der Totalverlust. Danach rechtlich dagegen vorzugehen wird mühsam und teuer. Wer einmal etwas gekauft hat, wird oft noch Jahre später mit anderen, tollen Angeboten überhäuft, da die Adressen auch noch weiterverwendet werden. Deshalb: NEIN, danke!

Minuszinsen im Auge behalten
Wir sind in einer «komischen» Zeit und sie wird aus meiner Sicht immer spezieller. Wenn man jemandem Geld leiht, muss man dafür zahlen. Das temporäre Phänomen wird immer mehr zur Normalität. Die Hürde, ab welcher man davon betroffen ist, scheint immer mehr zu sinken. Sparen wird bestraft. Das Geld geht dafür in risikoreichere Anlagen. Deren Preise steigen und steigen und diese Anlagen scheinen «alternativlos». Ich verstehe, dass die Nationalbank versucht, den Schweizer Franken nicht zu stark werden zu lassen. Ist es aber sinnvoll, einen grösseren Teil des Mittelstandes schleichend zu enteignen oder in risikoreichere Anlagen zu drängen? Ist es sinnvoll, andere Anlagekategorien in absurde Höhen zu treiben, «nur» um die Exportwirtschaft zu stützen. Persönlich bezweifle ich das und höre auch zu wenige kritische Stimmen. Dieses Medikament hat kaum mehr Wirkung und die Nebenwirkungen sind auf die Dauer viel zu gross. Wie soll ich mich nun selber verhalten? Die Sache im Auge behalten. Liquidität evtl. auf mehreren Banken halten und im Notfall einen Teil des Guthabens in bar beziehen und sicher verwahren. Schulden rückzahlen, auch wenn die Schuldzinsen historisch einmalig tief sind. Sicher auch einen Teil des Geldes angelegt haben, aber nicht um jeden Preis! Irgendwelche Hochrisikopapiere, nur damit man den Negativzins vermeiden kann, das macht längerfristig kaum Sinn und wird sich auch kaum rechnen. Kurzfristig kann es anders aussehen, aber längerfristig hat es noch NIE ein Perpetum mobile gegeben, und jede Übertreibung hat sich wieder schmerzhaft korrigiert.

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Christoph Zehnder,  eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Neues Jahr, neues Glück
Die Aktienmärkte boomen, sämtliche Bankstrategen erwarten auch dieses Jahr steigende Börsen. Wenn alle dasselbe denken, kommt es häufig anders.
Die Argumentation der positiven Marktexperten lautet: Die von den Corona-Massnahmen gebeutelte Wirtschaft wird sich 2021 erholen können. Gewinne und Umsatz vieler Firmen werden steigen. Höhere Gewinne gleich höhere Kurse.
Wir gehen ebenfalls davon aus, dass sich im 2021 die Wirtschaft erholen wird und einen Grossteil des Rückgangs vom 2020 wettmachen wird. Die Gewinne vieler Firmen werden steigen. Die Gleichung „höhere Gewinne gleich höhere Kurse“ ist jedoch zu einfach.
Langfristig ja, kurzfristig ist das aber häufig nicht der Fall. Schon in der kürzesten Vergangenheit traf das nicht zu. Bspw. 2020 hatten wir stark sinkende Gewinne und trotzdem steigende Börsen. Auch 2019 wichen die Märkte zu Gunsten der Aktien von der einfachen obigen Gleichung ab: die Gewinne stiegen nur um wenige Prozent, die Börse aber legte um ca. 30% zu. Mit anderen Worten: Die Schere zwischen den Finanzmärkten und der Realwirtschaft ist in den letzten Jahren so enorm wie noch kaum je aufgegangen. Die Aktien sind sehr teuer geworden. Das künftige Anlageumfeld wird deshalb schwieriger und deutlich anspruchsvoller werden.

Auch in Zukunft werden Anleger betrogen
Unter diesem Titel publizierte die Finanz und Wirtschaft am 23. Dezember 2020 einen kurzen Artikel. Gerade angesichts der boomenden Börsen und sehr anspruchsvollen Zukunftsaussichten ein hoch aktuelles Thema. Ich picke die paar wichtigsten Punkte für Sie heraus, wie man die wichtigsten Fehler vermeiden kann und Betrüger erkennt: Wenn Sie noch nie Anlagegeschäfte getätigt haben, dann ist es nie eine gute Idee, online und ohne Rücksprache mit einer Fachperson damit zu beginnen. Konsultieren Sie die Warnliste und die Hotline der Finanzaufsicht Finma, um verdächtige Anlagen zu identifizieren. Besonders bei Telefonverkäufern ist es wichtig, sich nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen. Ich persönlich gehe noch eine Stufe weiter: Am Telefon und ohne weitere Informationen kaufe ich nie etwas.
Sie sollten prüfen können, ob das Modell des angeblichen Gurus verständlich, plausibel und nach normaler Wahrscheinlichkeit möglich ist. Längerfristig sehr hohe Renditen sind an sich schon verdächtig. Gute Renditen sind besonders dann auffällig, wenn es nie schlechte Jahre gibt. Madoff, Behring, ASE und Konsorten lassen grüssen. Unverständlichkeit und Intransparenz von Strategien können ein Warnsignal sein.
Ein wichtige Hürde, die Betrug deutlich erschwert: Ein Anlageberater sollte das Geld nie selbst halten, sondern eine Drittpartei muss eingeschaltet sein. Konkret heisst das, dass Sie bei einer Bank ein Konto bzw. Depot auf Ihren Namen eröffnen. Der Verwalter darf dort einzig Transaktionen im Rahmen eines besprochenen Risikoprofils vornehmen, aber selber keine Zahlungen ab Ihrem Konto vornehmen. Passen Sie auf, was für Formulare Sie unterschreiben, sprich welche Rechte Sie dem Verwalter einräumen.
Das alles verhindert zwar noch immer nicht ganz, dass Sie einem Anlagebetrüger aufsitzen, aber die Wahrscheinlichkeit ist schon bereits deutlich kleiner.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Wie könnte es nach der Corona-Pandemie weitergehen?
Die Finanzmärkte scheint die Pandemie schon länger nicht mehr wirklich zu interessieren und sie nehmen aus unserer Sicht einen grossen wirtschaftlichen Aufschwung vorweg.
Dieser Aufholaufschwung ist nicht unmöglich! Was mir aber gar nicht gefällt, ist, dass mehr oder weniger alle Anlageklassen auf Höchstständen liegen. An so etwas mag ich mich nicht erinnern und persönlich finde ich nur eine Erklärung: Die unendliche Liquidität, welche die Zentralbanken in Märkte gepumpt haben. Seit der Finanzkrise (nun rund 12 Jahre her), gab es nur eine Richtung. Nehmen wir einmal an, dass dieser Aufschwung nach der Pandemie wirklich richtig kommt. Eine höhere Nachfrage könnte auf ein nicht gleich schnell wachsendes Angebot treffen und die Preise würden steigen. Plötzlich könnte die Inflation, welche wir in den Anlagen ja schon länger sehen, auch in den Konsumgütern ankommen. Dann würde es richtig spannend, da für die hochverschuldeten Staaten höhere Zinsen sehr schwierig zu bewältigen wären. Lässt man diese weiterhin künstlich sehr tief oder würde man zügig versuchen, die aufkommende Inflation zu bekämpfen? Ob so ein Szenario gut für die Aktienmärkte ist? In der Vergangenheit kaum. Tritt der Wirtschaftsaufschwung nicht so ein, dann sind die aktuellen Marktbewertungen in keiner Weise zu rechtfertigen. Dann würde wieder nur die Liquiditätserklärung die Höhe erklären und ich komme wieder mit der alten Frage: Ist es jemals gelungen, sich selber am Schopf aus dem Sumpf zu ziehen?
Es wird spannend bleiben und mich würden grössere Schwankungen nicht überraschen. Wie verhalte ich mich aber in einer solchen Phase richtig? Leider habe auch ich hier kein Patentrezept und koche (wie alle anderen) auch nur mit Wasser. Keine allzu aggressive Anlagepolitik und eine gute Diversifikation könnte das A und O sein. Mindestens sollte dies ganz grobe «Schnitzer» verhindern und einem hoffentlich nie den Schlaf rauben.
Ich wünsche Ihnen ein erfreuliches und gesundes 2021.

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