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Christoph Zehnder,  eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Die Bullen kämpfen mit den Bären

Am Montag, 15. Juni, standen die US-Aktienmärkte vorbörslich bei -3%. Bis zum Closing drehten sie ins Plus von +0.8%. Am Dienstagmorgen standen sie vorbörslich weitere +3.0% im Plus. Mit anderen Worten haben sie in 24 Stunden um über +6.5% zugelegt. In den Tagen zuvor waren sie allerdings auch unter Druck gekommen.

So starke Bewegungen gibt es nicht oft, v.a. wenn kaum Neuigkeiten vorliegen (die meist wenigstens im Nachhinein als Begründung herhalten dürfen). Nicht nur einzelne Investoren scheinen offenbar Mühe zu haben, den aktuell plausiblen Kurs einzuschätzen, selbst der Markt en bloc weiss offenbar nicht mehr, was denn der «richtige» Kurs sein soll.

Gewinne und Aktienkurs

Dass Tagesschwankungen nicht vorhergesehen werden können, ist nichts Neues. Etwas besser ist die Trefferquote, wenn man versucht, die längerfristigen Bewegungen an den Aktienmärkten mit der Entwicklung der Realwirtschaft zu erklären. Das ist auch nicht erstaunlich, denn Aktienbesitz bedeutet, dass man einen Teil einer Firma besitzt und eine Firma ist deshalb etwas wert, weil sie Gewinne erzielt, welche wiederum dem Eigentümer gehören. Wenn also langfristig die Gewinne steigen, steigt auch der Wert der Firma. Vergleiche über Jahrzehnte zeigen denn auch, dass die Gewinne langfristig ähnlich stark steigen wie der Kurs des Gesamtmarkts.

Finanzmärkte lösen sich von Realwirtschaft

Diese Relation ist aber in den letzten Jahren aus dem Gleichgewicht geraten. Das Wachstum der Gewinne vermag seit ein paar Jahren nicht mehr mit den starken Kursanstiegen der Aktien mitzuhalten. Viele Marktbeobachter nehmen kein Blatt vor den Mund und sagen, dass die exzessive Geldmengenausweitung der Zentralbanker die Finanzmärkte gefährlich von der Entwicklung der Realwirtschaft losgelöst hat. Fast alle Bewertungsmassstäbe, welche früher als gute Langfristindikatoren getaugt haben, zeigen für den amerikanischen Aktienmarkt ein Ausmass von Überbewertung an, das nur in den extremsten Zeiten vor der Weltwirtschaftskrise oder der Dotcom-Bubble erreicht wurde.

Nehmen wir nur die letzten ein,  zwei Jahre. 2019 haben die meisten Aktienindices 25-30% zugelegt, während die Gewinne praktisch unverändert waren. 2020 dürfte angesichts des temporären Corona-Lockdowns ein klarer Rückgang der Gewinne zur Folge haben. Der amerikanische Aktienindex SP500 hat aber alle Verluste seit Anfang Jahr wieder wettgemacht und steht praktisch unverändert da. Die technologielastige Nasdaq steht sogar auf Allzeithöchst.

Die Marktstrategen erwarten, dass selbst ohne zweite Coronawelle (welche nicht ausgeschlossen ist) das Wirtschaftswachstum im 2021 die Delle im 2020 kaum vollumfänglich wird ausbügeln können. Mit anderen Worten dürfte die Wirtschaft insgesamt Ende 2021 noch nicht einmal ganz dort stehen, wo sie zwei Jahre davor Ende 2019 stand. Wo werden dann die Aktienmärkte stehen? Nochmals 30% höher? Oder kommt eine zweite Verkaufswelle? Wir bleiben vorsichtig.

 

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Alles halb so schlimm? Finanzmärkte sind (zu?) optimistisch
Wenn man die Aktienmärkte anschaut, kommt man zum Schluss, dass die Coronakrise und auch die Unruhen in den USA kaum einen Einfluss auf die Firmengewinne und somit auf die Aktienpreise haben. Die amerikanischen Märkte sind nur noch wenige Prozente unter ihrem Allzeithöchststand. Auch andere Märkte sind bereits wieder euphorisch. Zeigt das die zukünftige Situation, sprich eine sehr rasche Erholung oder kann der starke Anstieg durch die nochmals stark ausgeweitete Liquiditätsflut erklärt werden? Sicherlich war der Einbruch in den Aktienpreisen schnell und sehr stark. Eine grös-
sere Gegenkorrektur kann mit einer Normalisierung der Lage erklärt werden. Darüber hinaus gibt es aber riesige Fragezeichen. Es scheint, dass sich die Finanzmärkte immer mehr von der Realwirtschaft verabschiedet haben. Wenn nur noch Liquidität den Wert bestimmt, dann kommen spezielle Zeiten auf uns zu.

Eigener Verstand und Selbstverantwortung ist ein immer weniger gefragtes Gut
Seit langer Zeit habe ich das Gefühl, dass die Steuerungs- und Planbarkeitsgläubigkeit massiv überhand gewinnt. Bei jeder Krise ertönt überall sofort der Ruf nach Massnahmen und dem Staat. Die Politik versucht dann umgehend zu reagieren und suggeriert dem Volk, alles sei plan-, finanzier- und steuerbar. Genau diesem Glauben ist man im Kommunismus verfallen und dieser hat aus diversen Gründen und trotz interessanten Grundgedanken totalen Schiffbruch erlitten. Das Eingreifen in alle Details mag in einer extremen Krise kurzfristig nötig sein. Dann sollte aber der Staat wieder dazu übergehen, vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen und nur so wenig wie nötig einzugreifen. Unser Fortschritt der vergangen Jahrzehnte verdanken wir nicht der Planwirtschaft, sondern cleveren Ideen und der Motivation vieler Leute, welche ein Problem lösen möchten und sich weiterentwickeln wollen. Dass ein übertriebener Kapitalismus auch seine «Macken» hat, ist längstens bekannt. Der Umkehrschluss aber, ist wahrscheinlich noch viel weniger richtig. Für mich ist erschreckend, wie man aktuell immer mehr das grosse Bild vergessen hat und jedes Detail zu bestimmen versucht. Das sind für mich längerfristig keine guten Tendenzen.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
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In wenigen Wochen eine komplett andere Finanzwelt
Manchmal geht es sehr schnell. Obwohl im Verlauf des Februars das Corona-Virus schon bekannt war, eilten die Aktienmärkte von Höchststand zu Höchststand. Natürlich konnte niemand abschätzen und wissen, dass das Virus so schnell und heftig auf den Rest der Welt übersprüngen würden. Trotzdem ein gewisser Einfluss war absehbar. Nun gut 4 Wochen später sprechen gewisse Politiker von der grössten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Der Ölpreis ist implodiert und so tief wie seit über 20 Jahre nicht mehr. Die Aktienmärkte haben über 30 % verloren und auch die Obligationenmärkte werden durchgeschüttelt. Die Zentralbanken intervenieren, als ob man vor dem totalen Kollaps stehen würde. Jetzt kommen auch wieder die Weltuntergangspropheten, welche nur noch schwarz sehen. Auch wenn dieses Virus wahrscheinlich mindestens kurz- und mittelfristig einen grösseren Einfluss hat: Die Welt wird kaum untergehen und konnte schon viele andere Rückschläge bewältigen. Wir werden uns aber noch auf ein paar Wochen Sturm einstellen müssen und ob die Aktienmärkte die alten Höchststände rasch wieder sehen, wage ich zu bezweifeln. Wer gut diversifiziert ist und genügend Liquidität hat, kann und muss eine weitere Krise aussitzen. Eng wird es, wenn man komplett investiert ist oder gar auf Kredit Anlagen getätigt hat.
Einfluss auf den Immobilienmarkt
Die Finanzmärkte werden durchgeschüttelt. Hat das auch einen Einfluss auf die Immobilienmärkte? Im Moment kann das noch niemand genau sagen. In erster Linie wurden liquide Anlagen verkauft, welche rasch zu flüssigen Mitteln gemacht werden konnten. Wenn die Krise noch mehrere Monate anhalten würde, dann wird das sicher auch Spuren am Immobilienmarkt hinterlassen. Im Moment wird der Markt wahrscheinlich sehr ruhig, da die meisten Interessenten andere Probleme haben und mal vorerst abwarten. Das ist im Moment aber alles reine Spekulation, da niemand der Verlauf der Krise wirklich kennt. In 2, 3 Monaten kann man die Situation wahrscheinlich besser beurteilen.
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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Notfall an den Börsen oder Notfall in der Wirtschaft?
Ausserplanmässige Notfallzinssenkungen der amerikanischen Notenbank FED sind sehr selten. In aller Regel reagiert die Wirtschaft ja auch nicht so extrem schnell auf irgendwelche Schocks, dass eine Reaktion der FED nicht auch zwei Wochen später noch erfolgen könnte.
Letzte Woche nun aber hat die US-Notenbank FED gerade dies getan. Sie hat ausserhalb ihres normalen Sitzungsrhythmus ihre Leitzinsen gleich um ein halbes Prozent gesenkt. Es würde nicht überraschen, wenn an der ordentlichen Sitzung im März gleich nochmals eine Senkung erfolgt. Gemäss eigener Einschätzung der FED bleiben die Fundamentaldaten der US Wirtschaft zwar nach wie vor stark. Wieso dann dieser Entscheid? Wird die Wirtschaft viel stärker vom Corona-Virus betroffen sein? Oder orientiert sich die FED entgegen ihrem Auftrag und ihren Beteuerungen gar nicht so sehr an der Wirtschaft, sondern vielmehr an den Finanzmärkten?
Die Aktienmärkte haben im Vorfeld der Notfall-Zinssenkungen relativ stark korrigiert und in einer Woche gut 10% verloren. Es ist deshalb nachvollziehbar, wenn immer mehr Kritiker monieren, dass die FED viel mehr auf die Finanzmärkte und ‚Wall Street’ schaut als auf die Wirtschaft, also auf die ‚Main Street’.
Aus meiner Sicht ist angesichts der Unsicherheiten infolge der Corona-Epidemie eine Zinssenkung nicht komplett unbegründet. Allerdings hätten die Zentralbanken weltweit in den letzten Jahren mit vielerorts Vollbeschäftigung und wachsender Wirtschaft konsequenterweise die Zinsen viel früher und viel höher anheben müssen, als sie es getan haben. Die ultraexpansive Geldpolitik der letzten Jahre (v.a. der EZB, aber auch der SNB) lässt sich mit der Entwicklung der Wirtschaft nicht erklären, sondern mehr mit der Überschuldung der Staaten, einem Knarren im Gebälk der Eurokonstruktes und einer mehr oder weniger schlecht kaschierten Unterstützung für die Aktienmärkte. Alles Faktoren, die
nichts direkt mit dem eigentlichen Mandat der Zentralbanken zu tun haben, ein gefährliches Spiel… .

Und nochmals Leonteq
Schön, wenn Empfehlungen aufgehen. Die Warnung liefere ich aber gleich mit, es wird sicher auch wieder anders kommen. Im Ratgeber Ende November habe ich risikofreudigen Anlegern Leonteq empfohlen beim damaligen Kurs von rund 30 Franken. Beim Update Anfang Februar beim Kurs von etwa Fr. 35 habe ich geraten dabeizubleiben. Aktienverkäufe wegen Corona hin oder her, Leonteq hat entgegen dem Gesamtmarkt weiter zulegen können und liegt heute (Stand 5. März) bei Fr. 46.–. So weit so gut, wie weiter? Die Unterbewertung wurde abgebaut, als überbewertet erachten wir Leonteq aber noch nicht. Wer bei 30 Franken gekauft hat, kann sicher einen Teil der Kursgewinne mitnehmen. Für einen Totalverkauf, glaube ich, ist es aber noch zu früh, Leonteq hat nach wie vor Luft für weitere Kurssteigerungen.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Gibt es noch günstige Aktien?
Mit kleineren Unterbrüchen geht es seit der Finanzkrise im 2008 an den Aktienmärkten aufwärts und aufwärts. Gibt es in einem solchen Umfeld noch «Schnäppchen»? Jein! Neben ein paar dritt- und viertklassigen Aktien, welche mehr Spekulationscharakter haben und kaum empfohlen werden können, gibt es kaum mehr wirklich günstig bewertete Aktien. Günstig allein ist auch kein Qualitätsmerkmal und in solchen Börsenphasen muss man solche Titel sehr kritisch hinterfragen. Aktuell scheinen Schweizer Banken recht vernünftig bewertet zu sein. Leider hat der Bonusexzess immer noch kein Ende gefunden und auch die Bussenflut konnte (noch) nicht nachhaltig gestoppt werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei klaren und ehrlichen Signalen der Banken ein Umdenken bei den Anlegern möglich ist. Der Vertrauensverlust wiegt aber immer noch schwer. Aus meiner Sicht relativ vernünftig bewertet sind Goldminen- und Oelaktien. Die höheren Goldpreise sollten sich in den Gewinnen der Goldförderer mittelfristig bemerkbar machen. Auch viele Ölaktien sind wegen des Preiseinbruches von Rohöl unter Druck. Auch wenn vieles in der Energiepolitik in eine andere Richtung läuft: die Welt wird in den nächsten 30 bis 40 Jahre weiterhin stark von Erdöl abhängig bleiben und die Ölpreise langfristig kaum massiv fallen.

Überseefrachtpreise implodieren
Seit ein paar Wochen sinken die Überseefrachtpreise stark. Hier spielt der Corona-Virus kurzfristig eine grössere Rolle. Wird nicht produziert, wird auch viel weniger geliefert respektive es braucht weniger Transporte. Da die Transportkapazitäten in den letzten 15 Jahren aber massiv ausgebaut wurden, schlägt das dramatisch auf den Preis. Der viel beachtete Baltic Dry Index, welcher Frachtpreise misst, hat im noch jungen Jahr 2020 schon rund 60 % verloren. Ich möchte das nicht überbewerten. Trotzdem bin ich überzeugt, dass dieser eingeschränkte Handel Spuren in mancher Firmenerfolgsrechnung hinterlassen wird. Diese Spuren werden kaum positiv sein. Die Aktienmärkte schauen hier schon wieder darüber hinweg und machen weiter, als ob alles keine Rolle spielt. Solche Reaktionen zeigen einen starken Bullenmarkt. Zu grosse Euphorie ist der Anfang vom Ende. Aber Übertreibungen führen lange zu noch grösseren Übertreibungen…

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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Coronavirus – Pandemie?
Zur Zeit des Schreibens ist noch nicht ganz klar, ob es sich beim aktuellen Ausbruch des Coronavirus um eine gefährliche Pandemie oder ein eher lokal beschränktes Phänomen in China handeln wird. Die sehr schnellen Kommentare von Experten - wenige Tage nachdem das Virus erst identifiziert worden war - dass das Virus im Vergleich zum SARS Ausbruch vor 17 Jahren viel weniger gefährlich sei, können zwar immer noch zutreffen, waren aber sicher vorschnell. Die Ausbreitung einzudämmen, scheint trotz rigoroser Massnahmen (verschiedene chinesische Städte, darunter auch Millionen-Städte, wurden unter Quarantäne gestellt), nicht so einfach zu gelingen. Die Fallzahlen bei Todesopfern (per 29.1. 170) und Infizierten (etwas weniger als 8000, ausserhalb China gut 100) steigen täglich. Das neue Coronavirus scheint zwar etwas weniger tödlich zu sein als der damalige SARS Erreger, dafür scheint es bei der Ausbreitung weniger gut gebremst werden zu können. Die offizielle Anzahl der Infizierten hat die Gesamtzahl der damaligen SARS Erkrankten bereits erreicht.
Natürlich stellt sich auch die Frage, wie stark sich das Coronavirus nebst all dem menschlichen Leid auf die Wirtschaft und die Aktienmärkte auswirken könnte. Angesichts der rigorosen Massnahmen, die die Chinesen als notwendig erachten, ist es erstaunlich, dass die Börsen nicht stärker reagiert haben. Schulen, Büros und Fabriken wurden geschlossen, Grossanlässe abgesagt, Millionenstädte abgeriegelt. Für eine Abschätzung der wirtschaftlichen Folgen ist es zu früh: Bleiben solche Massnahmen auf China bzw. chinesische Gruppen eingeschränkt oder werden solche Massnahmen auch andernorts eingeführt? Bleiben sie ein paar Wochen oder Monate in Kraft? Die Aktienbörsen haben sich zwar zwei, drei Prozent von den Höchstständen gelöst, was aber bei der aktuell sehr hohen Bewertung eigentlich ein Klacks ist. Die vergangene Woche, Dienstag und Mittwoch, war bereits eine Gegenbewegung mit Kursgewinnen von über 1% im Gang. Etwas stärker unter Druck kam der Erdölpreis oder auch Aktien mit Exposure zum Tourismus- und Transportbereich. Wir bleiben für den Gesamtmarkt die kommenden Monate vorsichtig – nicht primär wegen dem Coronavirus, aber positiv ist er auch für die Wirtschaft und Börse nicht.
Leonteq
Im Ratgeber Ende November habe ich risikofreudigen Anlegern Leonteq empfohlen. Wer zum damaligen Kurs von rund 30 Franken eingestiegen ist, hat bereits einen schönen Buchgewinn eingefahren. Der Kurs ist kurzfristig über 36 Franken gestiegen und hat jetzt infolge der Corona-Verkäufe auf etwa 35 Franken nachgegeben. Leonteq hat als Anbieter von strukturierten Produkten keine einfache Zeit. Die extrem günstige Bewertung nimmt aber einen recht starken Gewinnrückgang vorweg. Wir würden weiterhin dabeibleiben.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Was bringt eine Streuung der Anlagen (Diversifikation)?
Wenn man die besten Aktien hat, braucht es keine grosse Streuung, habe ich schon von Kunden gehört. Ja, das ist richtig. Das Problem ist aber immer das gleiche. Was heute sehr gut ist, kann morgen oder übermorgen anders sein und bis man es merkt oder wahrhaben will, hat sich die Situation schon geändert. Genau aus diesem Grund schützt eine vernünftige Diversifikation vor Klumpenrisiken und enormen Verlusten. Ein Beispiel: Vor rund 20 Jahren hatte ich eine Anfrage für eine Depotanalyse und Beratung. Dabei stellte ich einen Anteil von fast 30 % in Aktien Kudelski fest. Fast der ganze Rest war in weiteren Hightech-Aktien investiert und die Person stand kurz vor der Pension. Auf meine Frage, was er machen würde, wenn an einem Montagmorgen die Kudelski-Aktien nur noch zum halben Preis gehandelt würden, meinte er nur, so viel wie möglich zukaufen. Damals waren die Kudelski-Aktien rund Fr. 230.-, heute knapp Fr. 6.-. Auch ganz viele der anderen gehaltenen Hightech-Aktien gibt es nicht mehr. Das Depot wäre heute vielleicht noch 10 – 15 % vom ursprünglichen Wert. Wie viel Streuung braucht es dann? Es braucht nicht 100 oder mehr Einzeltitel. Ich empfehle Positionsgrössen von 2 – 3 % und ein absolutes Maximum bei 10 %. Kostengünstige ETF’s können auch sehr sinnvoll sein. Sehr zurückhaltend bin ich aktuell mit gemischten Fonds. Diese erfüllen zwar den Diversifikationseffekt. Die Kosten des Fonds fressen aber im Moment einen grossen Teil der Rendite weg, da mit dem Obligationenanteil kaum mehr etwas zu gewinnen ist. Wichtig ist auch zu wissen, dass man das Marktrisiko mit Diversifikation nicht wegbringt. In Panikphasen geht alles runter, und das erst noch sehr schnell und oft schockartig. Mit der Diversifikation verhindert man aber, dass man ein ganz grosses Problem bekommt.

Prognosefähigkeit von Finanz-«Experten»
Verlässliche Finanzprognosen sind äus-serst schwierig zu machen. Neben viel Fachwissen braucht es grosse Erfahrung, psychologische Kenntnisse (unter anderem Phänomene der Massenpsychologie), einen gesunden Menschenverstand und dann auch noch sehr viel Glück, vor allem, was das Timing betrifft. Eine Prognose stellt immer einen persönlichen Standpunkt dar und ist nie eine Garantie. In der Finanzpresse werden immer wieder Experten oder sogar Finanzgurus zitiert.
Diese kochen aber alle auch mit Wasser. Viele haben ein grosses Finanzereignis frühzeitig erkannt und dadurch Kultstatus erreicht. Dass genau die gleichen Profis aber auch viele Fehlprognosen gemacht haben, wird oft unter den Teppich gekehrt. Fast permanent wird vor dem Untergang des Finanzsystems gewarnt, passiert ist es nicht. Andere Experten meinen dagegen, dass Aktien immer noch stark unterbewertet seien. Beides ist wahrscheinlich falsch, aber niemand ist ganz sicher.
Fazit: Experten sind gut, um Ideen und Argumente zu bekommen. Deren Schlussfolgerungen müssen aber mit der nötigen Vorsicht behandelt werden und nicht zu Überreaktionen verleiten.
Veranstaltungshinweise: «Was ich beim Verkauf einer Liegenschaft beachten muss»: 28. Januar, 18.30 Uhr im Gemeindesaal in Möhlin; 29. Januar, 18.30 Uhr im Rebstock in Frick.

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